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Praxisleistungen

Raucherentwöhnung

Jede Raucherin und jeder Raucher hat eigene Gründe zu rauchen. Aber für alle Raucher gibt es gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören: den Gewinn an Gesundheit und Unabhängigkeit.

Vor der eigentlichen Therapie wird mittels Analyse Ihres Rauchverhaltens Ihr persönliches Raucherprofil erstellt. Die Analyse Ihres Rauchverhaltens zeigt:

  • welcher Rauchertyp Sie sind
  • in welchen Situationen Sie typischerweise zur Zigarette greifen
  • wie stark Ihre körperliche und psychische Abhängigkeit ist
  • wie stark Ihre Eigenmotivation ist
  • wie gut Sie gegebenenfalls Ihre eigene Willensstärke, Ihre momentanen Lebensumstände und Ihr soziales Umfeld nutzen können

Eine individuell auf Sie zugeschnittene Therapie wird auf Grundlage des Raucherprofils und im Rahmen des Vorgesprächs gemeinsam erarbeitet.

Folgende Anekdote, die die Hypnotherapeutin Susan Hepburn in ihrem Buch „Nichtraucher in 60 Minuten“ wiedergibt, zeigt, dass eine Raucherentwöhnung manchmal anders verlaufen kann, als zuvor gedacht:
Eine junge Frau namens Claire kam vor einigen Jahren zu mir. Als ihre Mutter Sandra ihr am Telefon gratulierte, dass sie nicht mehr rauchte, versicherte Claire, sehr zu deren Enttäuschung, dass die Behandlung nichts geholfen habe und sagte: »Ich war nicht einmal hypnotisiert.« Doch am nächsten Tag, beim Mittagessen, fand etwa die folgende Unterhaltung statt:

Sandra: Wie schade, dass die Hypnotherapie nicht funktioniert hat. Ich hatte wirklich meine ganze Hoffnung darauf gesetzt.
Claire:
Oh, jetzt, wo du es erwähnst, ich habe heute das Rauchen vollkommen vergessen.
Sandra: Was heißt das, du hast es vergessen? Wie kannst du das Rauchen vergessen?
Claire: Ich habe es ganz einfach vergessen.
Sandra: Hast du gestern Abend geraucht?
Claire: Nein. Ich hatte keine Lust.
Sandra: Na also. Wenn du gestern Abend keine Zigarette mehr wolltest und heute das Rauchen vergessen hast, scheint mir, dass die Hypnotherapie doch geholfen hat.
Claire: Sie kann nichts gebracht haben, Mutti. Ich war nicht einmal hypnotisiert.
Sandra: Claire, du hast es vorher nie länger als ein paar Stunden ohne Zigarette ausgehalten. Ich sage dir, es hat funktioniert.
Claire hat nie wieder geraucht.

Die Suchtwirkung von Nikotin
Dass Rauchen ungesund ist, weiß jeder. Doch auch vielen von denen, die sonst auf ihre Gesundheit achten, fällt der Rauchausstieg schwer. Auch die, die regelmäßig Sport treiben und sich gesund ernähren, brauchen häufig Hilfe von außen, wenn es darum geht, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber warum ist es für viele Raucher so schwierig, die Zigarette endgültig aus ihrem Leben zu verbannen? Das liegt nicht an ihrer mangelnden Willensstärke, sondern an der extremen Suchtwirkung von Nikotin! Nikotin ist ein von der Tabakpflanze produzierter, extrem giftiger Pflanzenstoff. Durch Verglimmen des Tabaks wird Nikotin freigesetzt. An winzige Teerteilchen im Rauch gebunden, wird es neben einer Vielzahl von weiteren - zum Teil extrem giftigen Substanzen - über die Lunge vom Körper aufgenommen. 

80 % aller Raucher haben mindestens einmal im Leben versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch die Rückfallquote ist extrem hoch: Nur 3 bis 5 % dieser Ausstiegswilligen schaffen es allein mit reiner Willenskraft und ohne andere Hilfsmittel. Dabei liegt es nicht an der mangelnden Entschlusskraft, sondern am enormen Suchtpotential des Nikotins, dass es vielen Rauchern so schwerfällt, ohne Hilfe den Kampf gegen den Tabak zu gewinnen. Denn Nikotin gehört zu den Substanzen, die am schnellsten süchtig machen.

Suchtmacher Nikotin - so wird das Gehirn getäuscht
Nikotin kann nach dem Einatmen innerhalb von 7 Sekunden die Blut-Hirn-Schranke passieren und gelangt so ins Gehirn. Dort besetzen die Nikotinmoleküle Empfangsstationen, die eigentlich gar nicht für Nikotin vorgesehen sind. Es kommt unter anderem zur Ausschüttung des Nervenbotenstoffes Dopamin. Dieser löst Belohnungsgefühle - von Wohlbehagen bis Hochstimmung - aus und ist für den sogenannten "Rauchgenuss" verantwortlich. Ebenso wird Noradrenalin freigesetzt, das durch erhöhte Aufmerksamkeit und Energiefreisetzung ebenfalls stimulierend wirkt. Außerdem kommt es zur Ausschüttung von Serotonin und Endorphinen. Diese beeinflussen verschiedene funktionale Strukturen des Gehirns, wobei es individuelle Variationen gibt. Die Wirkung des Nikotins lässt jedoch rasch nach, da es im Körper schnell wieder abgebaut wird. Dann wird der Raucher müde, nervös und unkonzentriert. Also raucht man die nächste Zigarette und ist so im Suchtkreislauf gefangen. Diesen gilt es zu durchbrechen! Außerdem nimmt die Zahl der Rezeptoren im Gehirn mit zunehmender Gewöhnung an das Nikotin zu. Gleichzeitig werden diese unempfindlicher. Dadurch werden immer größere Mengen Nikotin für das kurze Belohnungsgefühl nötig.  

Zwingende Voraussetzung: Eigenmotivation
Der feste und ernst gemeinte Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, ist die entscheidende Vorraussetzung, die der Patient selbst mitbringen muss. Fehlt dieser Wille, sind alle anderen Maßnamen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wie z. B. auch beim Sport kommt es neben dem eigenen Willen aber auch auf einen guten Coach und das richtige Training an. Bei Ihrem Vorhaben, Nichtraucher zu werden, kann Ihnen der Therapeut als „Coach“ zur Seite stehen und mit Ihnen gemeinsam einen Plan erstellen, wie Sie dauerhaft den Ausstieg schaffen. Neben einer individuell auf Ihr persönliches Raucherprofil zugeschnittenen Therapie haben Sie so auch einen Begleiter an Ihrer Seite, der Sie in den richtigen Momenten motivieren kann.

Die letzte Zigarette ist geraucht – so erholt sich Ihr Körper
Bei 20 Zigaretten täglich haben Sie etwa eine Tasse Teer pro Jahr in Ihrer Lunge abgelagert. Aber Ihr Körper beginnt sich schon bald nach dem Ausdrücken der letzten Zigarette zu erholen und die ersten fühlbaren Besserungen stellen sich ein:

Nach 20 Minuten: Puls und Blutdruck normalisieren sich, Hände und Füße werden durch verbesserte Durchblutung wärmer.
Nach 8-12 Stunden: Der Kohlenmonoxidspiegel im Blut sinkt und der Sauerstoffspiegel steigt an.
Nach 1 Tag: Das Herzinfarktrisiko nimmt bereits ab.
Nach 2 Tagen: Geruchs- und Geschmackssinn regenerieren sich wahrnehmbar.
Nach 2-8 Wochen: Die Kreislauffunktion stabilisiert sich.
Nach 3 Monaten: Die Lungenfunktion erholt sich, der Husten lässt nach.
Nach 1 Jahr: Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen sinkt auf die Hälfte.
Nach 5 Jahren: Das Lungenkrebsrisiko sinkt auf die Hälfte.
Nach ca. 10 Jahren: Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sinken auf Nichtraucherniveau.

Meine geliebte Zigarette! – Ein Abschiedsbrief
„Meine geliebte Zigarette!
Es gab Zeiten, da warst du der einzige Freund, der für mich da war. Tag und Nacht, wann immer ich dich gebraucht habe, warst du da, nur für mich allein, nie hast du mich im Stich gelassen. Du hast dich nie beklagt oder beschwert, du bist mir immer treu zur Seite gestanden bzw. zwischen den Fingern oder den Lippen gehangen. Du hast mir so viele Momente der Entspannung verschafft, auch wenn ich das Qualmen dann immer übertrieben habe, sodass es mir körperlich schlecht ging und die Entspannung dahin war ... Durch die größten Krisen hast du mich begleitet. Und die schönsten Momente - weißt du noch, beim Cappuccinotrinken an der kleinen Strandbar in Italien - haben wir beide miteinander erlebt. Oh, wie habe ich das genossen! Oder die Zigarette danach. Für all das danke ich dir, du treuer Freund! Und jetzt, wo ich die größten Krisen und den schlimmsten Stress hinter mich gebracht habe, habe ich das Gefühl, dass ich meinen Weg alleine weitergehen kann. Ich fühle mich gut, gestärkt und ruhig, in diesem Moment, wo ich Abschied von dir nehme. Als guter Freund will ich dich gehen lassen und in Erinnerung behalten. Und ich freue mich auf meine Zukunft, denn ich weiß: Wenn etwas Altes geht oder ausgedient hat, wird dadurch neuer Raum geschaffen, damit Neues in mein Leben kommen kann.“

(zitiert aus: Petra Neumayer: Nichtraucher – aber bitte für immer).

Wichtiger Hinweis: Die angewendeten Behandlungsmethoden basieren zum allergrößten Teil auf Erfahrung. Der Einsatz dieser Behandlungsmethoden ist bei vielen Erkrankungen noch nicht nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftlich hinreichend abgesichert. Außer für die Indikationen chron. Kreuzschmerz, chron. Knieschmerz, chron. Schulterschmerz, Migräne, Spannungskopfschmerz und Allergie bezüglich der Behandlung mit Akupunktur existieren noch keine hochqualitativen randomisierten und kontrollierten Studien, die eine Wirksamkeit im Vergleich zu einer Kontrolltherapie nachweisen. Ein Erfolg kann nicht in jedem Behandlungsfall gewährleistet werden.