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Die Kinesiologie sieht den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist. Was wir denken und fühlen, wirkt sich auch auf unser körperliches Wohlbefinden aus. Umgekehrt beeinflusst unser körperlicher Zustand unsere geistig-seelische Verfassung. Die Kinesiologie vertraut auf die innere Intelligenz unseres Organismus, sich selbst zu heilen. Ihre Methoden beruhen darauf, diese Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen und anzuregen.
Werden wir mit physischem oder psychischem Streß attackiert, kann dies zur Verringerung der Lebensenergie oder zu Disharmonien, kurz, zu gesundheitlichen Störungen führen. Zur Aufspürung der Ursachen von derartigen Störungen nutzt ein kinesiologisch arbeitender Therapeut in erster Linie Muskeltests. Hierbei werden verschiedene Muskeln und Körperindikatoren genutzt, um mit dem gestressten Körper zu kommunizieren. Sind die Behandlungsziele konkretisiert, bedient sich der Therapeut verschiedener alternativer Behandlungsmethoden, um notwendige, gesundheitsfördernde Korrekturen in die Wege zu leiten.
Entstehung Der Chiropraktiker Dr. George Goodheart entdeckte die Wirkungsweise der Kinesiologie durch Zufall. Bei der Behandlung eines jungen Patienten stellte er überraschende Unregelmäßigkeiten im Zusammenspiel verschiedener Muskeln fest, die er derart nicht erwartet hatte. Daraufhin beschäftigte er sich experimentell mit Muskeltests. Dies eröffnete Dr. Goodheart den Weg zur Entwicklung der Angewandten Kinesiologie (AK). Nach jahrelanger Forschung gelang ihm in den 1970er-Jahren der Nachweis, dass einzelne Muskeln mit bestimmten Meridianen und Organen in energetischer Verbindung stehen.
Wirkungsweise des Muskeltests Die Muskeltests stellen ein präzises Biofeedback-Instrument dar. Die Funktionsweise ist ebenso beeindruckend wie einfach. Wir kennen alle die Redensart der weichen Knie, wenn uns etwas Unangenehmes oder Schwächendes widerfährt. In ähnlicher Weise wird ein Patient getestet. Der Therapeut „reizt“ den Patienten z.B. mit einer Frage nach individuellen Befindlichkeiten oder nach Erlebnissen durch gleichzeitige Belastung eines „Indikator“-Muskels. Der Reiz kann aber genauso gut ein Medikament oder ein Nahrungsmittel sein. Erlebt der Patient den Reiz als (unbewusst) stressfrei, so kann der Muskel der Belastung standhalten. Liegt auf dem Reiz ein emotionaler oder körperlicher Streß, so wird der Muskel schwach und kann der Belastung nicht standhalten. In der Praxis wird häufig der Deltamuskel (= Muskel zum Heben des Armes) bevorzugt, grundsätzlich ist aber jeder intakte Muskel geeignet.
Praxis Zu Beginn einer kinesiologischen Konsultation versucht der Therapeut, sich zuerst ein klares Bild vom allgemeinen Balancezustand des Patienten zu machen. Nach unkomplizierten Vortests folgt die Sondierung der offen liegenden und versteckten Ursachen der Symptome, wobei nicht nur symptomnahe Störungen aufgedeckt werden, sondern möglicherweise entfernt liegende Ursachen. Anschließend kann eine entsprechende Therapie erfolgen.
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